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Was ist die beste KI für Immobilienmakler?

4 Min. LesezeitVon FlowAgentur
Was ist die beste KI für Immobilienmakler?

Direkt zur Leistung: KI für Immobilienmakler Typische Abläufe, passende Einsatzmöglichkeiten und Grenzen für deine Branche.


Kurz gesagt: Es gibt nicht die eine beste KI für Immobilienmakler, weil Portalanfragen beantworten, Exposés erstellen, Termine koordinieren und Unterlagen anfordern unterschiedliche Werkzeuge brauchen. In Maklersoftware integrierte KI ist unterschiedlich weit: Das onOffice AI Studio mit automatischer Objekterfassung, Bildoptimierung und virtueller Möblierung ist Teil der Enterprise-Pakete ab 99 Euro pro Nutzer und Monat plus 0,30 Euro je KI-Bild. Der Assistent Proppi in Propstack bereitet Termine vor und formuliert E-Mail-Entwürfe, läuft aber aktuell nur bei ausgewählten Kunden im Rollout, ein öffentlicher Preis fehlt. Eine passende Automatisierung für den eigenen Engpass — etwa nur die Portalanfragen — kann günstiger und zielgenauer sein als ein komplettes Software-Upgrade.

Auf unserer Branchenseite KI für Immobilienmakler stehen die typischen Abläufe, Systeme und Beispiele im Detail. Dieser Beitrag ordnet ein, was am Markt tatsächlich verfügbar ist, was es kostet — und wo eine Grenze liegt, die keine noch so gute KI überschreiten sollte.

Warum „die beste KI" die falsche Frage ist

Im Maklergeschäft entscheidet Geschwindigkeit: Auf ein gutes Objekt kommen oft dutzende Anfragen innerhalb weniger Stunden. Diese Anfragen zu qualifizieren ist eine andere Aufgabe als ein Exposé zusammenzustellen, Besichtigungstermine zu koordinieren oder nach der Besichtigung nachzufassen. Kein einzelnes Werkzeug bedient alle vier Abläufe gleich gut — ein generischer Chat-Assistent kann bei der Formulierung einer Antwort helfen, aber keine Anfrage automatisch dem richtigen Objekt zuordnen, weil ihm dafür der Zugriff auf CRM und Objektdaten fehlt.

Genau diese Anbindung ist der Unterschied zwischen einem allgemeinen KI-Tool und einer in die Maklersoftware integrierten Lösung — und sie ist auch der Grund, warum die integrierten Lösungen unterschiedlich weit sind.

Was am Markt tatsächlich verfügbar ist

| Lösung | Was sie laut Anbieter kann | Preis | Verfügbarkeit | |---|---|---|---| | onOffice AI Studio | Objektdatensätze automatisch aus Text, Sprache, Dokumenten und Fotos anlegen; Bildoptimierung; virtuelle Möblierung | Teil von enterprise all-in (99 €/Nutzer/Monat) und enterprise expert, zzgl. 0,30 € je KI-Bild | allgemein verfügbar in den genannten Paketen | | Proppi (Propstack) | Termine aus E-Mails, Notizen und Objektdaten vorbereiten, E-Mail-Entwürfe formulieren, Follow-ups aus Notizen erstellen | öffentlich nicht genannt | aktuell nur ausgewählte Kunden, schrittweiser Rollout | | Generisches KI-Abo (Chat-Tool) | Formulierungshilfe, Zusammenfassungen, Recherche | meist 20–30 €/Nutzer/Monat | sofort, aber ohne Anbindung an CRM oder Portale | | Automatisierung für einen Ablauf | z. B. Portalanfragen qualifizieren oder Unterlagen nachfassen vollständig automatisiert | projektabhängig, Größenordnungen unter Was KI-Automatisierung wirklich kostet | nach Einrichtung |

Die untere Zeile ist für viele Büros der bessere erste Schritt, wenn die vorhandene Maklersoftware noch keine passende KI-Funktion anbietet: ein einzelner, klar abgegrenzter Engpass wird gelöst, statt auf ein komplettes Software-Upgrade zu warten, dessen KI-Funktionen laut Anbieterangaben teils noch im Rollout stecken.

Ein Rechenbeispiel: Portalanfragen qualifizieren

Ein Fiktives Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Ein Maklerbüro mit drei aktiven Objekten pro Monat bekommt im Schnitt 35 Anfragen pro Objekt aus Immobilienportalen. Jede wird gelesen, nach Finanzierungsstand und Zeitpunkt gefragt und beantwortet — angenommen 5 Minuten im Schnitt.

  • Zeitaufwand: 3 × 35 × 5 × 12 ÷ 60 = 105 Stunden im Jahr
  • Kosten: 105 × 45 € = 4.725 Euro im Jahr
  • Realistisch automatisierbar: rund 70 Prozent, weil ungewöhnliche Anfragen weiterhin persönlich beantwortet werden
  • Ersparnis: rund 3.300 Euro im Jahr

Der eigentliche Gewinn zeigt sich in diesem Beispiel weniger im gesparten Geld als im Tempo: Wer als Erster mit den nötigen Rückfragen antwortet, bekommt eher einen Besichtigungstermin zustande — unabhängig davon, ob das Objekt gerade drei oder dreißig Anfragen bekommt.

Wo eine KI für Immobilienmakler an eine Grenze stößt

Die wichtigste Grenze ist keine technische, sondern eine rechtliche: Nach § 1 AGG ist Benachteiligung wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität verboten, und § 19 AGG erstreckt dieses Verbot ausdrücklich auf zivilrechtliche Massengeschäfte — dazu zählt insbesondere die Wohnraumvermietung. Ein Vorsortieren nach sachlichen Kriterien wie Finanzierungsstand oder Einzugstermin ist unproblematisch. Eine automatische Absage ganz ohne menschliche Prüfung ist es nicht: Wenn eine KI aus Formulierungen oder Namen Rückschlüsse auf geschützte Merkmale zieht und darauf basierend aussortiert, haftet das Büro dafür wie für jede andere Entscheidung.

Dazu kommt eine praktische Grenze: Virtuelle Möblierung und automatisch bearbeitete Bilder müssen im Exposé klar als solche erkennbar sein. Ein Exposé, das einen leeren Raum unkommentiert als möbliert zeigt, weckt Erwartungen, die bei der Besichtigung enttäuscht werden — das kostet mehr Vertrauen, als die schönere Optik einbringt.

Der nächste Schritt

Welcher Ablauf im eigenen Büro den größten Hebel hätte, lässt sich am besten am eigenen Fall prüfen: kostenlos im Praxistest zur Automatisierung oder ausführlicher in der Prozessanalyse, die 60 bis 90 Minuten dauert und deren Ergebnis dem Büro auch dann gehört, wenn am Ende jemand anderes umsetzt.

Quellen und Grundlagen

Niko Kozak, Gründer von FlowAgentur

Geschrieben von Niko Kozak

Gründer von FlowAgentur. Führt die Prozessanalysen durch — über 300 bisher — und entscheidet mit den Betrieben, welche Abläufe sich automatisieren lassen und welche nicht. Was hier steht, stammt aus diesen Gesprächen und aus über 2.000 umgesetzten Automatisierungen bei über 200 Unternehmen.

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Häufige Fragen dazu

Was kostet KI für Immobilienmakler?
Das hängt stark vom Weg ab. In eine Maklersoftware integrierte KI-Funktionen wie das onOffice AI Studio sind an ein Premium-Paket gebunden — onOffice enterprise all-in kostet laut Anbieter 99 Euro pro Nutzer und Monat, dazu 0,30 Euro je KI-generierter Bildvariante. Der Proppi-Assistent in Propstack nennt öffentlich keinen separaten Preis und läuft aktuell nur bei ausgewählten Kunden im schrittweisen Rollout. Eine passgenaue Automatisierung für einen einzelnen Ablauf, etwa Portalanfragen qualifizieren, liegt üblicherweise im selben Rahmen wie bei anderen Branchen — Größenordnungen dazu stehen in Was KI-Automatisierung wirklich kostet.
Ersetzt eine KI den Makler bei der Besichtigung?
Nein. KI kann Anfragen vorqualifizieren, Termine koordinieren und Unterlagen zusammenstellen — das persönliche Gespräch bei der Besichtigung und die Verkaufsentscheidung bleiben beim Makler. Genau dort entsteht ohnehin der persönliche Draht, nicht bei der achtzigsten Portalanfrage.
Darf eine KI Interessenten automatisch aussortieren?
Ein automatisches Vorsortieren nach sachlichen Kriterien wie Finanzierungsstand oder gewünschtem Einzugstermin ist üblich. Eine automatische Ablehnung ganz ohne menschliche Prüfung ist riskant: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet nach § 1 AGG Benachteiligung wegen Merkmalen wie ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität, und § 19 AGG erstreckt dieses Verbot ausdrücklich auch auf zivilrechtliche Massengeschäfte wie die Wohnraumvermietung. Ein Mensch sollte deshalb jede automatisierte Vorauswahl gegenprüfen, bevor eine Absage rausgeht.
Welche Maklersoftware hat KI-Funktionen?
Von den verbreiteten CRM-Systemen bewirbt onOffice mit dem AI Studio derzeit die konkretesten Funktionen: automatisches Anlegen von Objektdatensätzen aus Text, Sprache und Fotos, Bildoptimierung und virtuelle Möblierung. Propstack bietet mit Proppi einen KI-Assistenten, der Termine vorbereitet und E-Mail-Entwürfe erstellt, aktuell aber nur für ausgewählte Kunden. Bei anderen Anbietern lohnt sich ein Blick, ob KI-Funktionen bereits allgemein verfügbar sind oder noch im Rollout stecken.
Lohnt sich KI für ein kleines Maklerbüro?
Das hängt davon ab, wie viele gleichartige Vorgänge anfallen — nicht von der Bürogröße allein. Ein Einzelmakler mit wenigen, aber stark nachgefragten Objekten hat oft mehr Portalanfragen zu bearbeiten als ein größeres Büro mit ruhigerem Bestand. Wo sich der Aufwand lohnt, lässt sich am besten an den eigenen Zahlen prüfen, etwa im kostenlosen Praxistest.