Vergleich

Welche KI ist wirklich die beste für E-Mails im Unternehmen?

4 Min. LesezeitVon FlowAgentur
Welche KI ist wirklich die beste für E-Mails im Unternehmen?

Direkt zur Leistung: E-Mail-Postfächer automatisch sortieren und beantworten So läuft die Umsetzung ab, was sie übernimmt und was bei deinem Team bleibt.


Die beste KI für E-Mails gibt es nicht als einzelnes Produkt — für die meisten Unternehmen ist die sinnvolle Antwort die KI, die bereits im eigenen Mailsystem steckt: Gemini, wenn ihr Gmail über Google Workspace nutzt, Copilot, wenn ihr Outlook über Microsoft 365 nutzt. Eine zusätzliche, separate E-Mail-KI kostet ein zweites Login und ein zweites Abo — und lohnt sich nur, wenn die eingebaute Lösung eine konkrete Anforderung nachweislich nicht erfüllt.

Warum diese Frage so oft mit einer Produktempfehlung beantwortet wird, obwohl die eigentliche Antwort „kommt auf euer Mailsystem an“ lautet, und wo die eingebauten Lösungen an ihre Grenzen stoßen, zeigt dieser Vergleich.

Die zwei eingebauten Lösungen im Vergleich

| | Gemini in Google Workspace | Copilot in Microsoft 365 | |---|---|---| | Einstiegspreis laut Hersteller | Starter-Tarif ab 6,80 €/Nutzer/Monat, Gemini in Gmail bereits enthalten | Copilot-Zusatz ab 18 US-Dollar/Nutzer/Monat zu bestehenden Microsoft-365-Lizenzen | | Volle Funktionsbreite | Ab Standard-Tarif (13,60 €/Nutzer/Monat): Gemini zusätzlich in Docs, Meet und weiteren Apps, Recherche-Assistent, eigene „Gems“ | In gebündelten Plänen wie Business Standard mit Copilot (23,50 US-Dollar/Nutzer/Monat) oder Business Premium mit Copilot (32 US-Dollar/Nutzer/Monat) | | Kernfunktion in der Mail-Oberfläche | E-Mails schreiben und umformulieren im Gmail-Seitenbereich | Entwürfe verfassen, Postfächer zusammenfassen, Termine vorbereiten | | Währung/Region der Herstellerangabe | Euro-Preise, deutsche Herstellerseite | US-Dollar-Preise, US-Herstellerseite |

Wichtig an der letzten Zeile: Die Google-Preise stammen von der deutschen Seite in Euro, die Microsoft-Preise von der US-Seite in US-Dollar. Für eine belastbare Kostenentscheidung müsst ihr die Preise für euren Standort direkt beim jeweiligen Anbieter oder eurem Reseller abfragen — ein Vergleich zwischen einer Euro- und einer Dollar-Angabe ist sonst nur eine grobe Orientierung, kein belastbarer Preisvergleich.

Warum „bereits vorhanden“ fast immer gewinnt

Zwei Gründe sprechen fast immer für die eingebaute Lösung statt für ein zusätzliches Produkt:

Keine zweite Anmeldung, kein zweiter Datenabfluss. Eine separate E-Mail-KI braucht in der Regel Lesezugriff auf das Postfach — ein weiterer Dienst, der Nachrichteninhalte verarbeitet, ist ein weiterer Punkt für die Datenschutzprüfung und ein weiterer Vertrag, den jemand pflegen muss.

Das Team muss nichts Neues lernen. Gemini im Gmail-Seitenbereich oder Copilot im gewohnten Outlook-Fenster fällt kaum auf; ein separates Werkzeug mit eigener Oberfläche wird dagegen oft ignoriert, sobald der erste Reiz vorbei ist.

Wann sich trotzdem mehr lohnt

Die eingebaute KI hilft beim einzelnen Entwurf — nicht beim Ablauf drumherum. Drei Situationen, in denen das eingebaute Angebot an seine Grenze kommt:

  • Wiederkehrende Anfragen ohne Bezug zu Google oder Microsoft. Support-Postfächer, die aus jeder Anfrage automatisch einen Vorgang in einem Ticket- oder CRM-System anlegen sollen, brauchen eine Anbindung, die weder Gemini noch Copilot von sich aus herstellen.
  • Antworten, die tatsächlich verschickt werden sollen, ohne dass jemand jede einzelne freigibt. Die eingebaute KI schlägt einen Entwurf vor; ob und wann er verschickt wird, entscheidet weiterhin ein Mensch. Für einen Ablauf, der bei eindeutigen Fällen selbstständig antwortet, ist das ein anderes System.
  • Auswertung über viele E-Mails hinweg, etwa wie viele Anfragen zu welchem Thema in einer Woche eingehen. Das ist Reporting, keine Textgenerierung.

Fiktives Rechenbeispiel: wann sich eine zusätzliche Automatisierung lohnt

Fiktives Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, kein Kundenprojekt. Ein Betrieb erhält 150 gleichartige Anfragen pro Woche, die jeweils in ein Ticket-System übertragen werden müssen — eine reine Kopieraufgabe, die keine eingebaute Mail-KI übernimmt, weil sie systemübergreifend arbeitet:

  • Zeitaufwand von Hand: 150 × 2 Minuten × 46 Arbeitswochen ÷ 60 = 230 Stunden im Jahr
  • Bei angenommenen 45 Euro Personalkosten je Stunde: 10.350 Euro im Jahr
  • Eine Automatisierung, die die Anfrage direkt aus dem Postfach in das Ticket-System überträgt, spart einen Großteil davon — der eingebaute E-Mail-Assistent allein spart hier nichts, weil er die Anfrage nicht überträgt, sondern nur beim Formulieren der Antwort hilft

Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen den beiden Werkzeugarten: Die eingebaute KI verbessert die einzelne Antwort, eine Automatisierung verändert den Ablauf drumherum. Wie sich ein Ablauf wie dieser konkret bauen lässt, steht im Beitrag Kundenanfragen automatisch beantworten, ohne dass es wie ein Bot klingt.

Wo Vorsicht angebracht ist

Bevor Kunden- oder Personaldaten über eine KI-Funktion im Postfach verarbeitet werden, gehört die Prüfung des Auftragsverarbeitungsvertrags und des Serverstandorts an den Anfang, nicht ans Ende des Projekts — dazu mehr im Beitrag Auftragsverarbeitung bei KI-Diensten: was in den Vertrag gehört. Und: Eine KI, die Entwürfe vorschlägt, nimmt niemandem die inhaltliche Verantwortung ab — bei rechtlich bindenden Zusagen in einer E-Mail bleibt die Prüfung durch eine Person Pflicht, unabhängig davon, wie gut der Entwurf klingt.

Der nächste Schritt

Wenn unklar ist, ob bei euch die eingebaute Mail-KI reicht oder ob sich eine echte Automatisierung des Postfach-Ablaufs lohnt, ist das genau die Frage, die eine KI-Agentur-Auswahl beantwortet — anhand eures tatsächlichen Anfragevolumens, nicht anhand einer allgemeinen Produktliste.

Quellen und Grundlagen

Niko Kozak, Gründer von FlowAgentur

Geschrieben von Niko Kozak

Gründer von FlowAgentur. Führt die Prozessanalysen durch — über 300 bisher — und entscheidet mit den Betrieben, welche Abläufe sich automatisieren lassen und welche nicht. Was hier steht, stammt aus diesen Gesprächen und aus über 2.000 umgesetzten Automatisierungen bei über 200 Unternehmen.

LinkedIn

Häufige Fragen dazu

Welche KI ist die beste für E-Mails?
Es gibt keine allgemein beste KI für E-Mails — die sinnvolle Wahl ist fast immer die KI, die schon in eurem Mailsystem steckt: Gemini bei Google Workspace, Copilot bei Microsoft 365. Eine zusätzliche, separate E-Mail-KI lohnt sich nur, wenn das eingebaute Angebot eine konkrete Anforderung tatsächlich nicht abdeckt.
Was kostet KI für E-Mails im Unternehmen?
Bei Google Workspace ist die einfache Gemini-Unterstützung in Gmail laut Herstellerseite bereits im Starter-Tarif enthalten, die volle Anwendungsbreite erst ab Standard. Bei Microsoft kostet der Copilot-Zugang als Zusatz zu bestehenden Microsoft-365-Lizenzen aktuell 18 US-Dollar pro Nutzer und Monat, in vollständigen Bundles mit Business Premium bis zu 32 US-Dollar pro Nutzer und Monat.
Ist die E-Mail-KI in Gmail oder Outlook DSGVO-konform nutzbar?
Beide Anbieter bieten Auftragsverarbeitungsverträge für Geschäftskunden an, die Details zu Serverstandort und Unterauftragsverarbeitern liegen aber je nach Tarif und Region unterschiedlich. Das muss vor dem Einsatz geprüft werden, nicht danach — mehr dazu im Beitrag über Auftragsverarbeitung bei KI-Diensten.
Kann eine E-Mail-KI auch ganze Abläufe automatisieren, nicht nur Antworten formulieren?
Nein, nicht von sich aus. Gemini in Gmail und Copilot in Outlook helfen beim Formulieren, Zusammenfassen und Sortieren einzelner Nachrichten. Eine Anfrage automatisch im richtigen System anzulegen, eine Frist zu setzen oder eine Antwort ohne Zutun zu versenden, ist eine andere Aufgabe und braucht eine zusätzliche Automatisierung.