Vergleich

Welche KI ist die beste für ein kleines Unternehmen?

4 Min. LesezeitVon FlowAgentur
Welche KI ist die beste für ein kleines Unternehmen?

Direkt zur Leistung: Kostenlose Prozessanalyse — 30 Minuten, danach eine Übersicht, welche Abläufe wie viel Zeit kosten.


Kurz gesagt: Es gibt nicht die eine beste KI für ein kleines Unternehmen. Es gibt die günstigste, die in eurem bereits genutzten Programm ohnehin steckt – und die, die tatsächlich zu dem passt, was ihr damit erledigen wollt. Für die meisten kleinen Unternehmen lohnt sich zuerst ein Blick auf Microsoft 365 Copilot oder Google Workspace mit Gemini, bevor ein zusätzliches Werkzeug dazukommt. Wofür genau, steht unten.

„Was ist die beste KI für uns?" ist die falsche erste Frage, weil sie unterstellt, es gäbe eine allgemeine Antwort. Die richtige erste Frage ist: Wofür genau, und wie viele im Team brauchen das täglich? Daraus ergeben sich zwei Kriterien, mit denen sich eine Entscheidung tatsächlich treffen lässt.

Kriterium 1: Steckt die KI schon in eurem Werkzeug?

Wer bereits Microsoft 365 oder Google Workspace nutzt, hat die günstigste Option meist schon abonniert oder kann sie als Zusatz dazubuchen – ohne ein neues System einzuführen.

AnbieterPaketPreis pro Nutzer/Monat (jährliche Abrechnung, netto)KI enthalten?
Google WorkspaceBusiness Starter6,80 €Gemini eingeschränkt (v. a. Gmail)
Google WorkspaceBusiness Standard13,60 €Gemini in Gmail, Docs, Meet und weiteren Apps
Google WorkspaceBusiness Plus21,10 €wie Standard, erweiterter Umfang
Microsoft 365Business Standard + Copilot Business (Zusatzlizenz)20,36 €Copilot in Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Teams
Microsoft 365Copilot Business allein (Zusatzlizenz, ohne Basispaket)18,20 €dito, als Add-on zu vorhandenem M365-Paket

Bei Google ist die KI in jeder Stufe bereits im Preis enthalten. Bei Microsoft ist Copilot ein separates Zusatzpaket, das sich einzelnen Personen zuweisen lässt – das ist wichtig für das Rechenbeispiel unten. Beide Anbieter ändern ihre Preise regelmäßig; die Zahlen oben sind die regulären Listenpreise zum Prüfdatum, zeitlich befristete Rabatte sind nicht eingerechnet.

Kriterium 2: Textarbeit oder ein wiederkehrender Ablauf?

Ein Chat-Assistent wie Copilot oder Gemini hilft beim Formulieren, Zusammenfassen und Entwerfen – auf Zuruf, mit einer Person, die das Ergebnis gegenliest. Für einen Ablauf, der ohne tägliches Zutun laufen soll – Rechnungen erfassen, Anfragen sortieren, Daten zwischen zwei Systemen abgleichen – reicht das nicht. Das ist ein anderes Werkzeug mit einer anderen Berechnungsgrundlage: nicht pro Nutzer und Monat, sondern nach Aufwand des Ablaufs. Den Unterschied zwischen beidem behandeln wir ausführlich in KI-Agent oder Automatisierung?.

Rechenbeispiel: Lizenzen gezielt statt pauschal buchen

Die folgenden Werte sind angenommen, um den Effekt zu zeigen – kein gemessener Kundenfall.

Angenommene Werte: Ein Büro mit 6 Mitarbeitenden nutzt bereits Microsoft 365 Business Standard. Nur 2 der 6 schreiben täglich viele Angebote und Berichte; die anderen 4 nutzen vor allem E-Mail und Kalender.

VorgehenRechnungKosten im Jahr
Copilot-Add-on für alle 66 × 18,20 € × 121.310,40 €
Copilot-Add-on nur für die 2, die es täglich brauchen2 × 18,20 € × 12436,80 €

Ersparnis durch die gezielte statt pauschale Lizenzierung: rund 874 Euro im Jahr – ohne dass die vier anderen etwas verlieren, das sie ohnehin nicht genutzt hätten. Der Denkfehler „jeder bekommt die KI-Lizenz" kostet in diesem angenommenen Beispiel mehr als das Doppelte, ohne mehr Nutzen zu bringen.

Wo ein Chat-Assistent nicht ausreicht

Ein Chat-Assistent ersetzt keine geprüfte Automatisierung, und er sollte es auch nicht: Copilot und Gemini können Formulierungen erfinden, die plausibel klingen, aber falsch sind – bei einer internen Notiz unkritisch, bei einem verbindlichen Angebot oder einer Aussage gegenüber Kunden nicht. Für alles, was ohne Gegenlesen an Kunden geht oder Geld bewegt, gehört ein fester, getesteter Ablauf dahinter, kein offener Chat. Und keines der beiden Werkzeuge verbindet sich von sich aus mit eurer Warenwirtschaft oder Buchhaltung – dafür braucht es entweder ein zusätzliches Automatisierungswerkzeug oder eine eigens gebaute Anbindung.

Der nächste Schritt

Reicht die Textarbeit in Word, Excel oder Gmail nicht mehr aus und soll ein wiederkehrender Ablauf ohne tägliches Zutun laufen, ist die eigentliche Frage nicht mehr „welche KI", sondern „wer setzt das zuverlässig um". Die zwölf Prüffragen unter KI-Agentur auswählen helfen dabei, einen passenden Partner dafür zu finden – unabhängig davon, ob ihr am Ende bei uns oder woanders landet.

Quellen und Grundlagen

Niko Kozak, Gründer von FlowAgentur

Geschrieben von Niko Kozak

Gründer von FlowAgentur. Führt die Prozessanalysen durch — über 300 bisher — und entscheidet mit den Betrieben, welche Abläufe sich automatisieren lassen und welche nicht. Was hier steht, stammt aus diesen Gesprächen und aus über 2.000 umgesetzten Automatisierungen bei über 200 Unternehmen.

LinkedIn

Häufige Fragen dazu

Gibt es die eine beste KI für kleine Unternehmen?
Nein. Es gibt die KI, die in eurem bestehenden Werkzeug schon enthalten ist, und die, die zu eurem konkreten Ablauf passt. Beides muss nicht dasselbe Produkt sein – ein Chat-Assistent für Textarbeit löst ein anderes Problem als eine Automatisierung für wiederkehrende Vorgänge.
Lohnt sich der Copilot- oder Gemini-Aufpreis für jeden Mitarbeitenden?
Meist nicht automatisch. Beide Anbieter rechnen pro Nutzer ab. Wenn nur ein Teil des Teams täglich viel Textarbeit hat, lohnt es sich, die Lizenz gezielt für diese Personen zu buchen statt für alle.
Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Chat-Assistenten und einer Automatisierung?
Ein Chat-Assistent unterstützt bei Textarbeit, auf Zuruf, mit ständiger Kontrolle durch die Person, die ihn nutzt. Eine Automatisierung führt einen festgelegten Ablauf selbstständig aus, ohne dass jemand jede Antwort gegenlesen muss. Den Unterschied erklären wir ausführlicher in einem eigenen Beitrag.
Worauf sollte ein kleines Unternehmen bei der Auswahl achten?
Zuerst prüfen, was im bereits genutzten Programm (Microsoft 365 oder Google Workspace) ohnehin enthalten ist. Erst wenn das nicht reicht – etwa weil ein wiederkehrender Ablauf mit den eigenen Systemen verbunden werden muss – lohnt sich ein Zusatzwerkzeug oder eine eigene Umsetzung.