Make, n8n, Zapier oder Power Automate — was wofür taugt
Vier Werkzeuge, vier völlig verschiedene Abrechnungslogiken. Welches das günstigste ist, hängt nicht vom Preis ab, sondern davon, was der Anbieter zählt — hier nachgerechnet an einem Ablauf mit 500 Vorgängen im Monat.
Welches Automatisierungstool ist das richtige?
Für Microsoft-Häuser Power Automate, für den schnellen Einstieg ohne Technikkenntnisse Zapier, für den besten Preis pro Vorgang bei mehrstufigen Abläufen n8n, und für alles dazwischen Make. Der Preis entscheidet dabei seltener als gedacht — entscheidend ist die Abrechnungseinheit: Zapier zählt jede einzelne Aufgabe, Make jede Modul-Aktion, n8n nur den Start eines Durchlaufs unabhängig von der Zahl der Schritte, Power Automate gar keine Vorgänge, sondern Nutzer. Ein Ablauf mit acht Schritten und 500 Vorgängen im Monat ergibt deshalb 4.000 Aufgaben bei Zapier, 4.000 Credits bei Make, aber nur 500 Ausführungen bei n8n. Wer viele Schritte je Vorgang hat, zahlt bei den ersten beiden ein Vielfaches; wer wenige Schritte, aber viele Nutzer hat, bei Power Automate.
- Zapier: am einfachsten zu bedienen, über 7.000 Anbindungen — und am teuersten, sobald ein Ablauf viele Schritte hat.
- Make: visueller Baukasten zu moderaten Preisen, gute Mitte für den Mittelstand.
- n8n: quelloffen, selbst gehostet kostenlos, rechnet je Durchlauf statt je Schritt — braucht aber technische Betreuung.
- Power Automate: sinnvoll, wenn ohnehin alles in Microsoft 365 liegt; für Premium-Anbindungen ist eine Zusatzlizenz nötig.
- Einstieg
- 0 € (Make, Zapier, n8n selbst gehostet)
- Beispielrechnung
- 500 Vorgänge, 8 Schritte
- Preisstand
- September 2026
Die vier Werkzeuge nebeneinander
Listenpreise vom 4. September 2026 bei jährlicher Zahlung, jeweils der günstigste bezahlte Tarif. Preise ändern sich — vor der Entscheidung beim Anbieter nachsehen.
| Kriterium | Zapier | Make | n8n | Power Automate |
|---|---|---|---|---|
| Abgerechnet wird | je Aufgabe (jeder Schritt zählt) | je Credit (jede Modul-Aktion zählt) | je Ausführung (Schritte unbegrenzt) | je Nutzer bzw. je Bot |
| Kostenloser Einstieg | 100 Aufgaben im Monat, nur zwei Schritte | 1.000 Credits im Monat, zwei aktive Szenarien | unbegrenzt, wenn selbst gehostet | 30 Tage Testzeitraum |
| Bezahlter Einstieg | ab 19,99 $ im Monat (750 Aufgaben) | ab 9 $ im Monat (10.000 Credits) | ab 20 € im Monat (2.500 Ausführungen) | ab 15 $ je Nutzer im Monat |
| Unser Beispiel: 500 Vorgänge à 8 Schritte | 4.000 Aufgaben — obere Preisstufen nötig | 4.000 Credits — kleinster bezahlter Tarif reicht | 500 Ausführungen — Einstiegstarif reicht | vom Volumen unabhängig, nur Lizenzen zählen |
| Anbindungen | über 7.000 | rund 3.000 | rund 1.000 plus jede offene Schnittstelle | Microsoft-Welt plus Konnektoren |
| Wo die Daten liegen | USA, Auftragsverarbeitung mit Standardklauseln | EU-Zone wählbar | eigener Server, Cloud in Frankfurt | Microsoft-EU-Datengrenze |
| Wer es bedienen kann | jeder im Büro | wer sich eine Stunde einarbeitet | jemand mit technischem Verständnis | die IT bzw. der Microsoft-Partner |
| Schwachstelle | Preis steigt mit jedem Schritt | Fehlersuche bei großen Szenarien | Betrieb, Updates und Sicherung liegen bei euch | Premium-Konnektoren kosten extra |
Quellen: die Preisseiten von Zapier, Make, n8n und Microsoft, abgerufen am 4. September 2026. Die Beispielrechnung geht von einem Ablauf mit acht Schritten und 500 Vorgängen im Monat aus.
Das kennst du.
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Die Rechnung kommt später als gedacht
Ein Ablauf, der im Test 30 Aufgaben verbraucht hat, verbraucht im Betrieb 4.000. Wer nach Aufgaben zahlt, merkt das erst auf der Rechnung — und die Zahl wächst mit jedem Schritt, den man später ergänzt.
Das Werkzeug wird vor dem Ablauf gewählt
Die häufigste Reihenfolge ist die falsche: erst ein Tool abonnieren, dann überlegen, was hinein soll. Danach wird der Ablauf an das Werkzeug angepasst statt umgekehrt.
Der Datenschutz kommt zuletzt
Personenbezogene Daten laufen bereits durch drei Dienste, bevor jemand nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag fragt. Der Wechsel danach ist teurer als die richtige Wahl davor.
Niemand kann es außer einer Person
Der Ablauf läuft, aber nur einer versteht ihn. Fällt die Person aus oder geht, steht das Unternehmen vor einem Kasten mit fünfzig Knoten und keiner Dokumentation.
So lösen wir das.
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Erst rechnen, dann abonnieren
Vorgänge im Monat mal Schritte je Vorgang — diese eine Zahl entscheidet zwischen den Anbietern mehr als jede Funktionsliste. Sie lässt sich in fünf Minuten schätzen.
Mit einem Ablauf anfangen, nicht mit fünf
Der erste Ablauf zeigt, ob die Annahmen über Ausnahmen gestimmt haben. Fünf gleichzeitig zeigen nur, dass alle fünf nachgebessert werden müssen.
Den Datenweg vorher festlegen
Welche Daten verlassen das Haus, welche nicht. Steht das vorher fest, entscheidet es die Werkzeugwahl mit — und nicht ein Wechsel ein halbes Jahr später.
Übergabe einplanen
Jeder Ablauf braucht eine Beschreibung in einem Satz und eine zweite Person, die ihn anhalten kann. Sonst entsteht ein Ablauf, den niemand anfassen will.

In fünf Schritten zur Entscheidung
Die Entscheidung fällt beim zweiten Schritt: Wie viele Schritte hat ein Vorgang? Diese Zahl multipliziert sich bei zwei der vier Anbieter mit dem Preis.
- 1
Vorgänge im Monat zählen
Wie oft passiert der Ablauf tatsächlich? Nicht schätzen — im Postfach, im System oder im Kalender nachzählen.
10 Minuten
- 2
Schritte je Vorgang zählen
Jede Aktion, die ein System ausführen soll: lesen, prüfen, anlegen, schreiben, senden. Diese Zahl multipliziert sich bei Zapier und Make mit den Vorgängen.
10 Minuten
- 3
Datenweg festlegen
Welche personenbezogenen Daten sind beteiligt und dürfen sie in eine Cloud außerhalb der EU? Die Antwort schließt oft schon einen Anbieter aus.
15 Minuten
- 4
Zwei Anbieter gegenrechnen
Vorgänge mal Schritte in die Preisstufen einsetzen. Bei mehrstufigen Abläufen liegt der Unterschied regelmäßig beim Faktor fünf bis zehn.
20 Minuten
- 5
Einen Ablauf bauen und vier Wochen laufen lassen
Erst der Betrieb zeigt die Ausnahmen. Wer nach vier Wochen weiterbaut, baut auf gemessenen statt vermuteten Zahlen auf.
4 Wochen
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Häufige Fragen zur Werkzeugwahl
- Welches Automatisierungstool ist das günstigste?
- Bei mehrstufigen Abläufen n8n, weil es je Durchlauf abrechnet und nicht je Schritt: Ein Ablauf mit acht Schritten und 500 Vorgängen im Monat sind dort 500 Ausführungen, bei Zapier und Make dagegen 4.000 Einheiten. Selbst gehostet fallen bei n8n gar keine Lizenzkosten an, sondern nur Serverkosten von etwa 10 bis 30 Euro im Monat. Bei einfachen Abläufen mit ein bis drei Schritten kehrt sich das um — dann ist Make ab 9 Dollar im Monat schwer zu unterbieten, und der Aufwand für einen eigenen Server lohnt nicht.
- Ist n8n wirklich kostenlos?
- Die selbst gehostete Community-Edition ist für den eigenen betrieblichen Gebrauch kostenlos und ihr Quelltext einsehbar; sie steht unter einer eigenen Lizenz, die den Weiterverkauf als Dienst einschränkt. Kostenlos heißt aber nicht aufwandsfrei: Server, Updates, Sicherungen und Überwachung liegen dann beim Unternehmen. Wer das nicht selbst betreiben will, nimmt die Cloud-Fassung ab 20 Euro im Monat, deren Daten in Frankfurt liegen.
- Was ist der Unterschied zwischen Make und Zapier?
- Zapier ist einfacher und breiter angebunden, Make ist billiger und mächtiger. Zapier zählt jede Aufgabe einzeln und beginnt bei 19,99 Dollar im Monat für 750 Aufgaben; Make zählt Credits und beginnt bei 9 Dollar für 10.000. Dafür arbeitet Zapier stärker in geraden Ketten, während Make Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung sichtbar im Ablaufbild abbildet. Für einen einzelnen einfachen Ablauf ist Zapier schneller eingerichtet; ab dem dritten Ablauf oder dem fünften Schritt gewinnt Make fast immer.
- Lohnt sich Power Automate, wenn wir Microsoft 365 haben?
- Für Abläufe innerhalb der Microsoft-Welt — Outlook, Teams, SharePoint, Excel, Dynamics — ja, weil die Standard-Konnektoren in vielen Microsoft-365-Plänen bereits enthalten sind und die Rechteverwaltung dieselbe bleibt. Sobald ein Ablauf ein System außerhalb berührt, etwa ein Warenwirtschaftssystem oder eine Datenbank, wird eine Premium-Lizenz ab 15 Dollar je Nutzer und Monat nötig, und der Preisvorteil ist weg. Die ehrliche Faustregel: Bleibt der Ablauf in Microsoft, ist Power Automate die naheliegende Wahl; verlässt er sie, selten.
- Welches Tool ist DSGVO-konform?
- Konform ist kein Tool von sich aus, konform ist immer die Verarbeitung. Praktisch ist die Reihenfolge: n8n selbst gehostet gibt die volle Kontrolle, weil die Daten das eigene System nicht verlassen; n8n Cloud liegt in Frankfurt; Make bietet eine EU-Zone; Microsoft arbeitet innerhalb der EU-Datengrenze; Zapier verarbeitet in den USA und braucht deshalb Standardvertragsklauseln. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist in allen vier Fällen nötig, ebenso ein Eintrag im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.
- Brauche ich überhaupt eine Agentur dafür?
- Für einen einzelnen Ablauf innerhalb eines Systems nicht — das ist an einem Nachmittag selbst gebaut, und die Anbieter haben brauchbare Anleitungen. Eine Agentur lohnt sich, sobald mehrere Systeme beteiligt sind, es Ausnahmen gibt, die keine Standardvorlage kennt, oder niemand im Betrieb die Zeit hat, die Einrichtung zu Ende zu bringen. Wir sagen im Erstgespräch auch, wenn ein Fall in die erste Gruppe gehört.
- Kann ich später wechseln?
- Technisch ja, praktisch mit Aufwand: Abläufe lassen sich zwischen den Anbietern nicht übertragen, sie werden neu gebaut. Der Aufwand liegt erfahrungsgemäß bei einem Drittel bis der Hälfte des ursprünglichen. Deshalb lohnt die halbe Stunde Rechnen vorher — und deshalb ist es sinnvoll, die Logik eines Ablaufs schriftlich zu haben und nicht nur im Werkzeug.
- Was ist mit KI-Funktionen in diesen Tools?
- Alle vier binden inzwischen Sprachmodelle ein, und für einfache Aufgaben — eine Mail einordnen, aus einem Text Felder ziehen — genügt das. Zwei Einschränkungen bleiben: Die KI-Schritte werden gesondert und teurer abgerechnet als normale Schritte, und der Text geht an den Anbieter des Modells, was datenschutzrechtlich gesondert zu betrachten ist. Wer viele Dokumente verarbeitet, fährt oft günstiger, wenn das Modell direkt angesprochen wird statt über den Baukasten.
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