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Was kostet KI in der Produktionssteuerung – und wo hört sie auf?

4 Min. LesezeitVon FlowAgentur
Was kostet KI in der Produktionssteuerung – und wo hört sie auf?

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Kurz gesagt: Es gibt kein Produkt namens „KI-Produktionssteuerung“ zu kaufen, sondern zwei ganz unterschiedliche Ebenen — und nur eine davon lässt sich mit einer externen KI-Automatisierung sinnvoll und bezahlbar angehen. Die operative Steuerung der Fertigung selbst — was wann auf welcher Maschine läuft — bleibt Sache des Fertigungsleitstands und ist keine Aufgabe, die eine Automatisierungsagentur übernimmt. Was sich dagegen automatisieren lässt und sich meist schnell rechnet, ist die Datenschicht drumherum: Aufträge erfassen, Liefertermine nachverfolgen, Kennzahlen für die Steuerungsrunde zusammenstellen. Dafür gelten dieselben Preisrahmen wie bei jeder anderen KI-Automatisierung: meist zwischen 2.500 und 10.000 Euro einmalig, dazu eine laufende Betreuung im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat. Details dazu stehen unter Was kostet eine KI-Agentur.

Warum diese Unterscheidung der eigentliche Kern der Frage ist, und wo die Grenze in der Praxis verläuft, zeigt der Rest des Beitrags.

Zwei Ebenen, die oft verwechselt werden

Wer „Produktionssteuerung“ googelt, landet meist bei einer Definition wie dieser: Die Produktionsplanung legt mittel- bis langfristig fest, was, wie viel und wann grob produziert werden soll. Die Produktionssteuerung setzt das kurzfristig um — sie gibt geplante Aufträge frei, plant sie im Detail auf Reihenfolge und Maschine, disponiert Material und überwacht die Ausführung in Echtzeit.

Eine Ebene tiefer sitzt das MES, das Manufacturing Execution System: Es steuert die Fertigungseinheiten direkt auf dem Shopfloor, fast in Echtzeit, und meldet die tatsächlichen Ergebnisse per Betriebsdatenerfassung zurück an die Planung. In kleinen und mittleren Betrieben verschwimmt die Grenze zwischen Planung und Steuerung häufig, weil beides in derselben Software oder von denselben Personen erledigt wird.

Für die Frage „was kann KI hier leisten“ ist genau das entscheidend: Die operative Steuerung und das MES sind Systeme mit direkter Wirkung auf laufende Maschinen. Daran ändert eine externe Automatisierungsagentur nichts — das wäre auch aus Sicht der Maschinensicherheit und Gewährleistung der falsche Ort für ein Zusatzsystem. Was bleibt, ist die Verwaltungsebene rund um die Steuerung: Auftragsdaten, Kennzahlen, Kommunikation mit Kunden und Zulieferern.

Was tatsächlich automatisiert wird

Im Alltag von Produktionsbetrieben sind es meist dieselben vier Abläufe, die Zeit fressen, ohne dass sie mit der eigentlichen Fertigung etwas zu tun haben:

  • Bestellungen erfassen. Aufträge kommen als PDF, aus einem Kundenportal oder per Mailtext und müssen von Hand ins ERP übertragen werden — mit den üblichen Zahlendrehern.
  • Liefertermine nachhalten. Wenn sich ein Termin verschiebt, muss das jemand bemerken und aktiv nachsteuern, statt dass der Kunde es zufällig selbst herausfindet.
  • Kennzahlen für die Steuerungsrunde zusammenstellen. Auslastung, Rückstand, Ausschuss — meist aus mehreren Quellen von Hand zusammengetragen, oft montagvormittags für dieselbe Besprechung.
  • Prüfprotokolle und Qualitätsnachweise erstellen, die für die Auslieferung ohnehin fällig sind.

Das ist die Ebene, auf der eine KI-Automatisierung ansetzt: Daten aus ERP und Betriebsdatenerfassung lesen, zusammenführen, prüfen und dort bereitstellen, wo sie gebraucht werden — ohne dass jemand außerhalb der Fertigung an der Maschinensteuerung etwas verändert.

Fiktives Rechenbeispiel: Kennzahlen für die Steuerungsrunde

Fiktives Rechenbeispiel mit angenommenen Werten, kein Kundenprojekt. Ein Produktionsbetrieb mit 60 Mitarbeitern zieht jeden Montag Kennzahlen aus ERP, Betriebsdatenerfassung und einer Excel-Tabelle zusammen, um sie für die Fertigungsbesprechung aufzubereiten. Das dauert 3 Stunden pro Woche.

  • Zeitaufwand: 3 × 46 Arbeitswochen = 138 Stunden im Jahr
  • Bei angenommenen 45 Euro Personalkosten je Stunde: 6.210 Euro im Jahr
  • Realistisch automatisierbar: rund 80 Prozent, weil die fachliche Einordnung der Ausreißer bei den Verantwortlichen bleibt
  • Ersparnis: rund 5.000 Euro im Jahr

Bei einer Einrichtung im Bereich von 3.000 bis 4.000 Euro ist das nach sieben bis neun Monaten zurückverdient — und der Nutzen liegt nicht nur im Geld: Die Zahlen liegen vor der Besprechung bereit statt danach, wenn eine Entscheidung schon gefallen ist.

Warum die Zahlen so uneinheitlich wirken

41 Prozent der deutschen Unternehmen ab 20 Beschäftigten setzen laut einer Bitkom-Erhebung von März 2026 mittlerweile KI ein, ein Jahr zuvor waren es erst 17 Prozent. Gleichzeitig sagt ein Drittel der KI-nutzenden Betriebe, dass der Einsatz deutlich teurer wurde als ursprünglich kalkuliert. Beides passt zusammen, wenn man bedenkt, woran das liegt: nicht an Lizenzgebühren, sondern an Systemintegration und daran, dass ein Vorhaben unterwegs größer wurde als geplant — etwa weil aus „Kennzahlen zusammenstellen“ nebenbei „auch noch die drei Kundenportale anbinden“ wurde. Deshalb lohnt sich vor der Beauftragung eine genaue Abgrenzung des Umfangs, nicht erst danach.

Wo die Grenze zwingend bleibt

An Maschinensteuerung und Sicherheitstechnik wird nichts verändert — das ist ein eigener Regelungsbereich mit eigenen Normen und Haftungsfragen, und ein Automatisierungsprojekt auf der Datenebene hat dort nichts verloren. Wer einen Anbieter trifft, der anbietet, „auch gleich die Maschinensteuerung mit anzubinden“, sollte genau nachfragen, wer dafür haftet, wenn danach etwas an der Anlage nicht mehr stimmt. Ebenso wenig lohnt sich der Aufwand, wenn die zugrunde liegenden Auftragsdaten in mehreren widersprüchlichen Ständen existieren — dann muss zuerst die Datenqualität stimmen, sonst automatisiert man nur den Fehler mit.

Der nächste Schritt

Wie sich die eigene Rechnung für einen konkreten Ablauf aufstellen lässt, zeigt der Rechner unter Was kostet eine KI-Agentur. Einen branchenspezifischen Überblick, welche Abläufe in Produktionsbetrieben typischerweise zuerst dran sind, gibt es unter KI für Produktionsbetriebe, und wie ein Reporting aussieht, das sich selbst aktualisiert, steht im Beitrag Kennzahlen ohne Excel: Reporting, das sich selbst aktualisiert.

Quellen und Grundlagen

Niko Kozak, Gründer von FlowAgentur

Geschrieben von Niko Kozak

Gründer von FlowAgentur. Führt die Prozessanalysen durch — über 300 bisher — und entscheidet mit den Betrieben, welche Abläufe sich automatisieren lassen und welche nicht. Was hier steht, stammt aus diesen Gesprächen und aus über 2.000 umgesetzten Automatisierungen bei über 200 Unternehmen.

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Häufige Fragen dazu

Was kostet KI in der Produktionssteuerung?
Es gibt keinen eigenen Preis für „KI in der Produktionssteuerung“, weil es kein einzelnes Produkt ist. Wer die Datenschicht rund um Auftragsfreigabe, Kennzahlen und Liefertermine automatisiert, bewegt sich im selben Rahmen wie andere KI-Automatisierungen: meist 2.500 bis 10.000 Euro einmalig plus eine laufende Betreuung im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat.
Kann KI die Produktionssteuerung selbst übernehmen?
Nein, nicht die operative Steuerung der Fertigung. Was tatsächlich automatisiert wird, ist die Ebene darüber: Aufträge erfassen, Kennzahlen zusammenstellen, bei Terminverzug nachfassen. An Maschinensteuerung und Sicherheitstechnik wird nicht gearbeitet.
Was ist der Unterschied zwischen Produktionssteuerung und einem MES?
Die Produktionsplanung legt fest, was wann in welcher Menge produziert werden soll. Die Produktionssteuerung gibt die geplanten Aufträge frei, plant sie im Detail und überwacht sie in Echtzeit. Das MES sitzt eine Ebene tiefer, steuert die Fertigungseinheiten direkt auf dem Shopfloor und meldet die Ist-Daten zurück.
Lohnt sich das für einen kleineren Betrieb?
Das hängt an der Zahl der Aufträge und Systeme, nicht an der Mitarbeiterzahl. Wer Bestellungen aus wenigen Kundenmails von Hand ins ERP tippt, hat oft wenig zu gewinnen. Wer aus mehreren Kundenportalen mit je eigenem Format Aufträge zusammenträgt, gewinnt meist deutlich mehr, als die Einrichtung kostet.