Beratung

Was eine Agentur für Prozessoptimierung wirklich leistet

6 Min. LesezeitVon FlowAgentur
Was eine Agentur für Prozessoptimierung wirklich leistet

Direkt zur Leistung: Agentur für Prozessautomatisierung Abläufe abgeben statt selbst bauen — Ablauf, Preise und Grenzen.


Die kurze Antwort

Eine Agentur für Prozessoptimierung nimmt sich nicht zuerst die Technik vor, sondern den Ablauf selbst: Sie misst, wie ein Prozess heute tatsächlich läuft, deckt überflüssige Schritte, Wartezeiten und Medienbrüche auf und entwirft daraus einen schlankeren Soll-Ablauf. Erst danach — und nur dort, wo es sich rechnet — kommt Automatisierung als eines von mehreren Werkzeugen dazu. Das unterscheidet sie von einer reinen Automatisierungsagentur, die meist direkt am angenommenen Ist-Prozess ansetzt und ihn technisch nachbaut, ohne zu fragen, ob er überhaupt der richtige ist. In der Praxis heißt Prozessoptimierung mit einer Agentur also: erst eine Prozessanalyse, dann ein Soll-Entwurf, dann die Entscheidung, was organisatorisch gelöst wird und was technisch. Nicht jede Optimierung braucht am Ende Software — manchmal reicht eine andere Reihenfolge oder eine geklärte Zuständigkeit, und eine seriöse Agentur sagt das auch, statt trotzdem ein Projekt zu verkaufen.

Prozessoptimierung ist mehr als Automatisierung

Die beiden Begriffe werden im Alltag oft gleichgesetzt, sind aber unterschiedlich weit gefasst. Automatisierung ersetzt einen manuellen Schritt durch einen technischen — dieselbe Reihenfolge, nur schneller und ohne Tippfehler. Prozessoptimierung fragt vorher, ob diese Reihenfolge überhaupt stimmt: Warum durchläuft eine Freigabe drei Personen, wenn zwei davon nie ablehnen? Warum wird eine Information zweimal erfasst, weil zwei Abteilungen sich nicht abstimmen?

Wer einen schlechten Ablauf 1:1 automatisiert, hat danach denselben schlechten Ablauf — nur schneller. Das ist der häufigste Grund, warum Automatisierungsprojekte wenig bringen, obwohl sie technisch sauber funktionieren. Eine Agentur, die Prozessoptimierung ernst nimmt, stellt deshalb zuerst die unbequeme Frage, ob ein Schritt überhaupt gebraucht wird, bevor sie ihn beschleunigt.

Wie eine solche Agentur vorgeht

  1. Ist-Aufnahme. Der bestehende Ablauf wird Schritt für Schritt erfasst — wer macht was, wie lange, wie oft, mit welchen Unterbrechungen. Das ist im Kern eine Prozessanalyse.
  2. Schwachstellen benennen. Redundante Schritte, unklare Zuständigkeiten, Medienbrüche zwischen Systemen und Wartezeiten werden einzeln aufgelistet, nicht nur als vages Bauchgefühl.
  3. Soll-Entwurf. Der Ablauf wird neu gezeichnet — teils durch Weglassen, teils durch eine andere Reihenfolge, teils durch Automatisierung einzelner Schritte.
  4. Entscheidung: organisatorisch oder technisch. Nicht jede Verbesserung braucht ein Werkzeug. Manches lässt sich lösen, indem eine Zuständigkeit eindeutig zugewiesen wird.
  5. Umsetzung und Betreuung. Was automatisiert wird, wird gebaut, an bestehende Systeme angebunden und danach betreut — Formulare ändern sich, Schnittstellen auch.

Typische Ansatzpunkte

Nicht jeder Ablauf eignet sich gleich gut für den Einstieg. In der Praxis zeigen sich immer wieder dieselben vier Stellen:

  • Freigabeketten, bei denen mehr Personen unterschreiben als tatsächlich entscheiden — häufig historisch gewachsen, selten hinterfragt.
  • Doppelte Erfassung, weil zwei Abteilungen oder zwei Systeme dieselbe Information unabhängig voneinander eintragen.
  • Warteschleifen zwischen Zuständigkeiten, etwa wenn eine Anfrage erst sortiert werden muss, bevor sie überhaupt bei der richtigen Person ankommt.
  • Nachweise und Dokumentation, die auf Vorrat erstellt werden, ohne dass je jemand danach fragt.

Diese vier Stellen haben gemeinsam, dass sie sich mit relativ wenig Aufwand identifizieren lassen — meist reicht ein Gespräch mit den Personen, die den Ablauf täglich ausführen, kombiniert mit der Zeitmessung aus der Prozessanalyse.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Dienstleistungsbetrieb mit rund 25 Mitarbeitern ließ Kundenanfragen über drei Stationen laufen: Empfang nimmt die Anfrage auf, leitet sie per E-Mail an die Fachabteilung weiter, die Fachabteilung meldet sich zurück, der Empfang informiert den Kunden. Vier Übergaben für eine einzige Antwort — und bei jeder Übergabe ging im Schnitt ein Tag verloren, weil E-Mails in Postfächern liegen blieben.

Die Prozessoptimierung strich zwei der vier Übergaben komplett: Die Fachabteilung antwortet seither direkt an den Kunden, der Empfang bekommt nur noch eine Kopie zur Übersicht. Erst in einem zweiten Schritt wurde die Ersterfassung automatisiert, damit eine Anfrage sofort bei der richtigen Fachperson landet, statt erst manuell sortiert zu werden. Ergebnis: aus vier Tagen Durchlaufzeit wurden im Regelfall anderthalb — ohne dass an dieser Stelle überhaupt viel Technik nötig war. Der teurere technische Baustein kam erst danach, für den verbliebenen Engpass.

Wo Prozessoptimierung an eine Grenze stößt

Nicht jeder Ablauf lässt sich optimieren, ohne dass etwas verloren geht. Bei Vorgängen, die eine fachliche oder rechtliche Einzelfallbewertung brauchen — etwa eine steuerliche Einschätzung oder eine Personalentscheidung —, darf die Optimierung die Prüfung selbst nicht verkürzen, nur die Vorbereitung dafür. Und wenn ein Ablauf sich mehrmals im Jahr grundlegend ändert, etwa weil sich eine gesetzliche Vorgabe regelmäßig anpasst, kostet die ständige Pflege des optimierten Prozesses mehr, als die Optimierung einspart. In solchen Fällen ist eine leichtgewichtige, gut dokumentierte manuelle Lösung ehrlicher als ein aufwendig gebautes System, das nach einem halben Jahr wieder umgebaut werden muss.

Was intern geht — und wo eine Agentur den Unterschied macht

Nicht jede Prozessoptimierung braucht von Anfang an externe Hilfe. Die ersten beiden Schritte — Ist-Aufnahme und Schwachstellen benennen — lassen sich mit Disziplin auch intern erledigen: eine Liste der wiederkehrenden Abläufe, eine ehrliche Zeitschätzung dazu, ein Gespräch mit den Personen, die den Ablauf täglich ausführen. Woran interne Versuche häufig scheitern, ist nicht die Analyse selbst, sondern die Distanz dazu — wer seit Jahren im eigenen Ablauf steckt, hält Umwege oft für notwendig, weil sie schon immer so liefen. Eine externe Agentur bringt vor allem diesen Abstand mit, dazu die Erfahrung aus vergleichbaren Fällen in anderen Betrieben, und übernimmt die technische Umsetzung, sobald Automatisierung sinnvoll ist.

Woran du eine gute Agentur erkennst

| Merkmal | Reine Automatisierungsagentur | Agentur für Prozessoptimierung | |---|---|---| | Startpunkt | vorhandener Ablauf, unverändert | Ist-Analyse mit der Frage, ob der Ablauf stimmt | | Ergebnis bei schlechtem Prozess | schnellerer schlechter Prozess | veränderter, meist kürzerer Prozess | | Werkzeug | fast immer Software | Software nur dort, wo sie etwas löst | | Angebot ohne Analyse | teils üblich | sollte ein Warnsignal sein |

Wenn ein Anbieter innerhalb eines ersten Telefonats bereits einen Festpreis nennt, ohne nach Vorgangszahlen und Ausnahmen gefragt zu haben, ist das kein gutes Zeichen — dann wurde nicht optimiert, sondern ein Paket verkauft.

Was Prozessoptimierung mit einer Agentur kostet

Weil ein großer Teil der Arbeit in der Analyse und im Neuentwurf steckt, nicht erst in der technischen Umsetzung, lässt sich Prozessoptimierung selten pauschal beziffern. Einrichtungsprojekte, bei denen am Ende auch automatisiert wird, liegen im deutschsprachigen Markt meist zwischen 2.500 und 10.000 Euro, reine Beratung ohne Umsetzung wird üblicherweise über Tagessätze abgerechnet. Wie sich diese Preise im Einzelnen zusammensetzen, steht im Beitrag Wie setzen sich die Preise einer KI-Agentur zusammen?

Der nächste Schritt

Der erste Schritt vor jeder Optimierung ist dieselbe Messung, die auch am Anfang einer Automatisierung steht: Prozessanalyse — kostenlos, 60 bis 90 Minuten, das Ergebnis gehört dir, unabhängig davon, mit wem du danach umsetzt. Wie eine Zusammenarbeit von der Analyse bis zur laufenden Betreuung insgesamt abläuft, steht auf der Seite KI-Agentur.

Niko Kozak, Gründer von FlowAgentur

Geschrieben von Niko Kozak

Gründer von FlowAgentur. Führt die Prozessanalysen durch — über 300 bisher — und entscheidet mit den Betrieben, welche Abläufe sich automatisieren lassen und welche nicht. Was hier steht, stammt aus diesen Gesprächen und aus über 2.000 umgesetzten Automatisierungen bei über 200 Unternehmen.

LinkedIn

Häufige Fragen dazu

Welche Agentur automatisiert Geschäftsprozesse für mittelständische Unternehmen in Deutschland?
Dafür gibt es spezialisierte Automatisierungs- und Prozessoptimierungs-Agenturen, die zuerst den bestehenden Ablauf messen und erst danach entscheiden, was sich technisch automatisieren lässt und was organisatorisch gelöst gehört — FlowAgentur ist eine davon, mit Sitz in Berlin und Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum. Nicht der richtige Weg ist es, eine Agentur allein nach Werbeversprechen auszuwählen, ohne dass sie vorher eine Analyse der tatsächlichen Abläufe anbietet.
Wie finde ich einen spezialisierten Partner für die Automatisierung von Geschäftsprozessen mit Fokus auf Prozessoptimierung?
Am zuverlässigsten über eine kostenlose Prozessanalyse oder ein Erstgespräch, in dem der Partner konkrete Zahlen zu deinen Abläufen abfragt statt ein Standardpaket vorzustellen. Achte darauf, ob er offen benennt, welcher Ablauf sich nicht lohnt — das unterscheidet eine Optimierungsagentur von einem reinen Softwareverkäufer. Nicht der richtige Weg ist es, den Partner allein nach der Zahl der angebotenen Werkzeuge auszuwählen; entscheidend ist die Analyse davor.
Woran erkenne ich eine gute Automatisierungs-Agentur?
Eine gute Agentur beginnt mit einer Messung deiner tatsächlichen Abläufe statt mit einem Angebot von der Stange, benennt offen, welche Idee sich nicht rechnet, und bindet die Betreuung danach nicht an eine Jahreslaufzeit. Referenzen aus einer ähnlichen Branche mit konkret benanntem Ergebnis sind aussagekräftiger als eine Sternebewertung. Nicht der richtige Weg ist es, ein Angebot ohne Analyse zu unterschreiben, nur weil der Preis niedrig wirkt — ohne Messung weiß niemand, ob der Umfang zur Aufgabe passt.
Brauche ich für die Automatisierung eine Software oder eine Agentur?
Das hängt davon ab, wie viele Systeme beteiligt sind und wie viele Ausnahmen der Ablauf hat: Eine Standardsoftware reicht, wenn ein Anbieter deinen Ablauf bereits fast eins zu eins abbildet. Eine Agentur lohnt sich, sobald mehrere Systeme verbunden werden müssen oder der Ablauf Besonderheiten hat, für die es kein Standardprodukt gibt. Nicht der richtige Weg ist es, eine Individuallösung bauen zu lassen, wenn ein fertiges Produkt den Ablauf schon zu 90 Prozent abdeckt — dann zahlst du für etwas, das es bereits gibt.
Lohnt sich Prozessoptimierung für einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern nur über die Rechnung: Vorgänge pro Woche mal Minuten je Vorgang mal 46 Arbeitswochen ergibt die Jahresstunden, die an dem Ablauf hängen. Ab etwa drei bis acht Stunden Handarbeit pro Woche lohnt sich zumindest eine Prüfung, ab acht Stunden ist es meist ein klarer Fall. Nicht der richtige Weg ist es, die Betriebsgröße als alleinigen Maßstab zu nehmen — ein kleiner Betrieb mit einem einzigen, sehr häufigen Ablauf profitiert oft mehr als ein größerer mit vielen seltenen.