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Automatisierung in München: Industrie und Dienstleistung im Vergleich

5 Min. LesezeitVon FlowAgentur

München hat zwei Wirtschaften unter einem Namen. Auf der einen Seite Versicherung, Finanzdienstleistung und IT — überwiegend digital arbeitende Dienstleister mit vielen Dokumenten und wenig Materialfluss. Auf der anderen Seite Maschinenbau und Zulieferer im Umland — Industriebetriebe, bei denen Automatisierung auf ERP-Systeme trifft, die über Jahrzehnte gewachsen sind.

Diese zwei Welten brauchen unterschiedliche erste Schritte. Dieser Beitrag zeigt, wo der Hebel jeweils liegt, rechnet ein Beispiel aus dem Maschinenbau durch und benennt, wo Automatisierung an ihre Grenzen stößt.

Die kurze Antwort

In München lohnt sich Automatisierung in der Industrie zuerst dort, wo Daten zwischen mehreren Systemen von Hand übertragen werden — typischerweise zwischen Kalkulation, ERP und Freigabeprozess bei Angeboten und Aufträgen im Maschinenbau. In der Dienstleistung — Versicherung, IT, Beratung — liegt der erste Hebel dagegen meist bei wiederkehrender Dokumentenverarbeitung: Anträge, Verträge, Recherchen, die für jeden Fall neu zusammengesucht werden. Der Unterschied liegt an der Art der Arbeit, nicht an der Automatisierbarkeit: Industriebetriebe mit gewachsenen ERP-Landschaften sparen am meisten an den Übergängen zwischen Systemen, Dienstleister sparen am meisten an der Wiederverwendung von Wissen, das schon irgendwo im Unternehmen existiert.

Zwei Wirtschaften, zwei Ausgangslagen

München verbindet Versicherungs- und Finanzwirtschaft mit Maschinenbau, IT und einem starken Mittelstand im Umland. Viele Betriebe arbeiten mit gewachsenen ERP-Landschaften, in denen Daten zwischen Systemen von Hand bewegt werden. Das führt zu deutlich unterschiedlichen Prioritäten, je nachdem, aus welcher der beiden Wirtschaften ein Betrieb kommt:

| Bereich | Typischer Engpass | Was zuerst automatisiert wird | |---|---|---| | Maschinenbau, Zulieferer | Kalkulation, Freigabe und ERP sind drei getrennte Schritte | Angebot direkt aus der Kalkulation ins ERP übertragen | | Versicherung, Finanzdienstleistung | Anträge und Unterlagen müssen geprüft und einsortiert werden | Dokumente automatisch erfassen und der richtigen Akte zuordnen | | IT und Software | Support-Anfragen und interne Doku sind verstreut | Wissensdatenbank, die bei Anfragen automatisch die richtige Antwort findet | | Unternehmensberatung | Recherche zu bestehenden Projekten wird bei jedem neuen Fall wiederholt | Projektwissen durchsuchbar machen statt neu zu recherchieren | | Handwerk im Umland | Aufträge und Materialbestellungen laufen über Zuruf und Zettel | Auftragserfassung direkt am Ort der Entstehung |

Der gemeinsame Nenner: In allen fünf Fällen wird nicht die Arbeit selbst wegautomatisiert, sondern die Übertragung zwischen zwei Stellen, an denen dieselbe Information zweimal existiert.

Ein Beispiel: Angebotsfreigabe im Maschinenbau

Ein Zulieferbetrieb im Münchner Umland kalkulierte Angebote in Excel, ließ die Freigabe per Mail laufen und erfasste das fertige Angebot anschließend ein zweites Mal im ERP-System — drei Systeme, drei Übertragungen, und bei jeder Übertragung ein Punkt, an dem sich eine Zahl verschieben konnte.

Die Umstellung: Die Kalkulation erzeugt das Angebot direkt im ERP, die Freigabe läuft mit Protokoll statt per Mail, Änderungen sind nachvollziehbar. Ergebnis: eine Übertragung statt drei, und keine abweichenden Versionen mehr im Umlauf — vorher kam es vor, dass die im ERP hinterlegte Zahl nicht mehr mit der zuletzt freigegebenen Kalkulation übereinstimmte.

Was hier bewusst nicht angetastet wurde: die Freigabe selbst. Wer ein Angebot ab welcher Größenordnung freigeben darf, bleibt eine Entscheidung von Menschen — Automatisierung sorgt nur dafür, dass diese Entscheidung an einer Stelle dokumentiert ist, statt in einer Mailkette zu verschwinden. Wie sich ein ähnlicher Engpass bei reiner Datenübertragung zwischen zwei Systemen rechnet, zeigen wir im Beitrag Datenübertragung zwischen zwei Systemen.

Wo der Vergleich zwischen Industrie und Dienstleistung endet

Ein Punkt gilt für beide Seiten Münchens gleichermaßen, wird aber oft übersehen: Je größer und gewachsener das ERP-System, desto teurer wird die Anbindung — nicht weil die Automatisierung selbst komplex ist, sondern weil alte Systeme oft keine sauberen Schnittstellen haben und mit Umwegen angesprochen werden müssen. Ein Betrieb, der seit 15 Jahren dasselbe ERP mit eigenen Erweiterungen betreibt, sollte vor der Automatisierung prüfen lassen, was die Anbindung tatsächlich kostet — sonst übersteigt der Aufwand für die Schnittstelle schnell den Nutzen des eigentlichen Ablaufs.

Bei Versicherung und Finanzdienstleistung kommt eine zweite Grenze hinzu: Sobald personenbezogene oder finanzsensible Daten automatisiert verarbeitet werden, braucht es eine klare Auftragsverarbeitung mit dem eingesetzten KI-Dienst und Klarheit darüber, wo die Daten liegen. Das ist keine Formalie, die man nachträglich erledigt — sie gehört vor die Umsetzung, nicht danach. Und: Die fachliche Prüfung eines Antrags oder Vertrags bleibt bei einer Person, wenn daraus eine bindende Zusage entsteht. Automatisierung bereitet vor und sortiert, sie entscheidet nicht über Risiko.

Was das kostet

Zwischen Industrie und Dienstleistung unterscheidet sich in München weniger die Preisspanne als der Ort, an dem der Aufwand entsteht. Im deutschsprachigen Markt liegen einmalige Einrichtungsprojekte je nach Umfang meist zwischen 2.500 und 10.000 Euro, dazu kommt üblicherweise eine laufende Betreuung im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat. Bei Industriebetrieben mit gewachsenem ERP treibt vor allem die Anbindung selbst den Preis nach oben, weil ältere Systeme oft ohne saubere Schnittstelle angesprochen werden müssen. Bei Dienstleistern treibt eher die Zahl der Dokumenttypen und Ausnahmen den Aufwand. Wie sich das im Einzelfall rechnet — mit vollständigen Beispielen und der Frage, ab wann sich eine Automatisierung überhaupt lohnt — steht im Beitrag Was KI-Automatisierung wirklich kostet.

Was das für den Einstieg bedeutet

Aus über 200 betreuten Kunden und mehr als 2.000 umgesetzten Automatisierungen zeigt sich: Der Fehler, der Münchner Betriebe am meisten Zeit kostet, ist nicht das Fehlen von Automatisierung, sondern der Versuch, sie an der falschen Stelle zu beginnen — meist an der sichtbarsten Baustelle statt an der mit der höchsten Wiederholrate. Ein Industriebetrieb mit gewachsenem ERP sollte zuerst die Übergänge zwischen Systemen zählen, ein Dienstleister zuerst die Vorgänge, bei denen dieselbe Recherche oder Prüfung mehrfach im Monat wiederholt wird.

Der nächste Schritt

Wie eine Zusammenarbeit mit uns für Münchner Betriebe konkret aussieht, steht auf der Seite KI-Agentur München. Wenn noch unklar ist, ob bei euch eher die Datenübertragung oder die wiederkehrende Recherche der größere Hebel ist, klärt das eine kostenlose Prozessanalyse in 60 bis 90 Minuten — mit einem Ergebnis, das ihr in jedem Fall behaltet.